Oktober 2019

Vom VEB Kombinat Robotron wurden jährlich 250 Tausend Mark aus dem Kultur-, Sozial- und Leistungsfond bereitgestellt, um die geistig-kulturelle Entwicklung seiner Beschäftigten zu fördern. Exemplarisch hierfür ist das Robotron-Ensemble mit 240 Mitgliedern, das in 16 Sparten unterteilt war, darunter auch das Volkskunstensemble Florian-Geyer, das dem Trägerbetrieb VEB Robotron Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt unterstand. 1950 gründete sich diese kleine Gruppe, der es zunächst nicht um künstlerische Leistungen ging. Im Laufe der 1950er wuchs die Gruppe zu einem engen Kollektiv zusammen und bestand nach der Eingliederung der Volksinstrumentengruppe "Lautengilde" aus einem gemischten Chor mit 94 Sängern und Sängerinnen sowie einem Volkskunstorchester mit 37 Musikanten und Musikantinnen. Die Leistungen wurden professioneller und qualitativ besser, sodass der Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt der Gruppe 1950 den Namen Volkskunstensemble "Florian Geyer" verlieh - sowohl als Auszeichnung, als auch als Verpflichtung. Die folgenden zahlreichen Auftritte und Tourneen brachten dem Ensemble nicht nur Ehren und Auszeichnungen ein, sondern auch ein hohes Maß an Bekanntheit im In- und Ausland. Musikalisch ist das Ensemble in den Bereich Volksmusik/Folklore einzuordnen. Am 29. Juni 1979 hatte das Ensemble sein 1000. Konzert in der Stadthalle von Karl-Marx-Stadt. Zu diesem Anlass wurde die erste Vinylplatte aufgenommen und in großer Stückzahl produziert.

September 2019

Die vom VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen vertriebenen Kassetten konnten gemeinsam mit dem Kassettenrecorder 'Geracord' auf dem Kleincomputer KC85 abgespielt werden. Die Programmkassetten wurden in den Geschäften des RFT-Fachhandels verkauft, in denen auch KCs angeboten wurden. Die Kassetten waren zwar immer erhältlich, dennoch entwickelte sich eine rege Austauschkultur mit ihnen. Das lag auch daran das sich oftmals schwer einschätzen ließ, was welches Programm leisten konnte und ob sie der Preis für die Software somit lohnt.  Oftmals wurden die Kassetten deshalb teilweise überarbeitet und auch angepasst weitergegeben. Auf der Kassette C0163 befanden sich 7 verschiedene Spiele, welche auf dem KC85/3 und KC85/4 lauffähig waren. Mit dem Modul M006 liefen sie ebenfalls auf dem KC85/2. Alle Spielprogramme waren mit akustischen Signalen versehen, die wesentlich zum Spielverlauf beitrugen. Bei den verschiedenen Spielen handelte es sich um: „Schiffe“, eine Art Schiffe versenken, „Sandburg“, ein Reaktionsspiel mit Zahlen, „Ali, die Ameise“, eine Art Minesweeper, „Frosch“, ein Geschicklichkeitsspiel für Naturfreunde, „Angeln“, „Lander“ und „Ski“. Vor allem bei den zwei Letzt genannten handelte es sich um wahre Geschicklichkeitsspiele, bei denen man einiges an Zeit investieren musste um Erfolge zu erzielen.

August 2019

Im Laufe der Jahre 1984-89 sind einige Kassetten im VEB Robotron mit Anwendungssoftware erschienen. Die ersten Kassetten erschienen beim VEB Robotron Meßelektronik Dresden, spätere Kassetten (R 0114, R 0191 - R 0193) beim VEB Robotron-Vertrieb Berlin. Die Programmkassette R 0111 wurde für den Kleincomputer KC 85/1 konzipiert. Auf ihr sind Grundlagen von der Programmiersprache BASIC gespeichert. Außerdem waren auf ihr das Maschinenprogramm OS-SAVE, sowie drei weitere Basic-Programme enthalten. Die B-Seite konnte man für eigene Programme nutzen. Bei den drei Applikationen R+HANOI – Turm von Hanoi-, R+FPLOT und R+REMOSA – Rechenmosaik für Kinder - handelte es sich um Logik- und Rechenspiele.

Juli 2019

Bei dem Combi Vision RF 3301 handelte es sich um einen tragbaren Schwarz-weiß-Fernsehempfänger welcher in Radeberg von der VEB Robotron-Elektronik ab 1979 hergestellt wurde. Das 9 Kilo schwere Gerät verfügte über einen 8-teiligen Senderspeicher, Anschlüsse für MTG-Aufnahme und Fernhörer, dynamischen Ovallautsprecher, Teleskopantenne und Ringdipol. Da es sich um ein Reisegerät handelte, war es ebenso netzunabhänig funktionsfähig durch einen 12-V-Batterieanschluß. Da der RF 3301 über einen HF-Anschluss verfügte, war eine Verbindung mit einem KC87 Modell möglich. Hierbei war eine Bildausgabe in schwarz-weiß möglich. Da der Fernseher keinen RGB-Eingang besaß (was bei allen DDR-Fernsehern standardmäßig der Fall war), bot der VEB Robotron-Messelektronik "Otto Schön" Dresden einem Nachrüstsatz für das Fernsehgerät zum Preis von 390 Mark an. Den Fernseher konnte man ebenso in verschiedenen farblichen Ausführungen erwerben: weiß, rot, metallic, schwarz/weiß und Holzdekor. Insgesamt wurden von allen Varianten insgesamt 882.145 Stück hergestellt und ausgeliefert.

Juni 2019

Der PC 1715 ist der Nachfolger des A 5120. Er gilt als erster „echter Personalcomputer“ der DDR.

Die serielle Produktion begann 1985 durch den VEB Büromaschinenwerk Sömmerda (BWS). In dem 8-Bit-Rechner ist ein U880-Chip mit 2,5 MHz als Prozessor verbaut. Der U880 war ein 8-Bit-Mikroprozessor, der vom VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt ab 1980 in der DDR hergestellt wurde. Außerdem waren in dem PC zwei 5,25 Zoll Diskettenlaufwerke mit jeweils 160 KB Speicherkapazität und 64 KB RAM und 2 KB ROM verbaut. Das Besondere an dem Modell war, dass anstelle eines Modulkonzepts nun eine Systemplatine genutzt wurde, was ein kompakteres Design zu seinem Vorgänger A 5120 möglich machte. Gehäuse, Monitor und Tastatur wogen zusammen an die 13 kg. Als Software lieferte BWS in Kooperation mit dem robotron-projekt eine angepasste Version des Betriebssystems CP/M unter dem Namen SCP und andere Softwareapplikationen. Die stabile Produktion des PC 1715 trug letztendlich maßgeblich zu einer breiten IT Anwendung in vielen Bereichen der DDR bei. Da er mit 19.000 Mark für DDR-Verhältnisse auch relativ preiswert war, hielt er sich bis zum Ende der DDR vielerorts als favorisierter Bürorechner. Bis 1990 wurden 93.096 Geräte hergestellt, wovon circa 50.000 Stück in die Sowjetunion exportiert wurden.