Juni 2019

Der PC 1715 ist der Nachfolger des A 5120. Er gilt als erster „echter Personalcomputer“ der DDR.

Die serielle Produktion begann 1985 durch den VEB Büromaschinenwerk Sömmerda (BWS). In dem 8-Bit-Rechner ist ein U880-Chip mit 2,5 MHz als Prozessor verbaut. Der U880 war ein 8-Bit-Mikroprozessor, der vom VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt ab 1980 in der DDR hergestellt wurde. Außerdem waren in dem PC zwei 5,25 Zoll Diskettenlaufwerke mit jeweils 160 KB Speicherkapazität und 64 KB RAM und 2 KB ROM verbaut. Das Besondere an dem Modell war, dass anstelle eines Modulkonzepts nun eine Systemplatine genutzt wurde, was ein kompakteres Design zu seinem Vorgänger A 5120 möglich machte. Gehäuse, Monitor und Tastatur wogen zusammen an die 13 kg. Als Software lieferte BWS in Kooperation mit dem robotron-projekt eine angepasste Version des Betriebssystems CP/M unter dem Namen SCP und andere Softwareapplikationen. Die stabile Produktion des PC 1715 trug letztendlich maßgeblich zu einer breiten IT Anwendung in vielen Bereichen der DDR bei. Da er mit 19.000 Mark für DDR-Verhältnisse auch relativ preiswert war, hielt er sich bis zum Ende der DDR vielerorts als favorisierter Bürorechner. Bis 1990 wurden 93.096 Geräte hergestellt, wovon circa 50.000 Stück in die Sowjetunion exportiert wurden.