August 2019

Im Laufe der Jahre 1984-89 sind einige Kassetten im VEB Robotron mit Anwendungssoftware erschienen. Die ersten Kassetten erschienen beim VEB Robotron Meßelektronik Dresden, spätere Kassetten (R 0114, R 0191 - R 0193) beim VEB Robotron-Vertrieb Berlin. Die Programmkassette R 0111 wurde für den Kleincomputer KC 85/1 konzipiert. Auf ihr sind Grundlagen von der Programmiersprache BASIC gespeichert. Außerdem waren auf ihr das Maschinenprogramm OS-SAVE, sowie drei weitere Basic-Programme enthalten. Die B-Seite konnte man für eigene Programme nutzen. Bei den drei Applikationen R+HANOI – Turm von Hanoi-, R+FPLOT und R+REMOSA – Rechenmosaik für Kinder - handelte es sich um Logik- und Rechenspiele.

Juli 2019

Bei dem Combi Vision RF 3301 handelte es sich um einen tragbaren Schwarz-weiß-Fernsehempfänger welcher in Radeberg von der VEB Robotron-Elektronik ab 1979 hergestellt wurde. Das 9 Kilo schwere Gerät verfügte über einen 8-teiligen Senderspeicher, Anschlüsse für MTG-Aufnahme und Fernhörer, dynamischen Ovallautsprecher, Teleskopantenne und Ringdipol. Da es sich um ein Reisegerät handelte, war es ebenso netzunabhänig funktionsfähig durch einen 12-V-Batterieanschluß. Da der RF 3301 über einen HF-Anschluss verfügte, war eine Verbindung mit einem KC87 Modell möglich. Hierbei war eine Bildausgabe in schwarz-weiß möglich. Da der Fernseher keinen RGB-Eingang besaß (was bei allen DDR-Fernsehern standardmäßig der Fall war), bot der VEB Robotron-Messelektronik "Otto Schön" Dresden einem Nachrüstsatz für das Fernsehgerät zum Preis von 390 Mark an. Den Fernseher konnte man ebenso in verschiedenen farblichen Ausführungen erwerben: weiß, rot, metallic, schwarz/weiß und Holzdekor. Insgesamt wurden von allen Varianten insgesamt 882.145 Stück hergestellt und ausgeliefert.

Juni 2019

Der PC 1715 ist der Nachfolger des A 5120. Er gilt als erster „echter Personalcomputer“ der DDR.

Die serielle Produktion begann 1985 durch den VEB Büromaschinenwerk Sömmerda (BWS). In dem 8-Bit-Rechner ist ein U880-Chip mit 2,5 MHz als Prozessor verbaut. Der U880 war ein 8-Bit-Mikroprozessor, der vom VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt ab 1980 in der DDR hergestellt wurde. Außerdem waren in dem PC zwei 5,25 Zoll Diskettenlaufwerke mit jeweils 160 KB Speicherkapazität und 64 KB RAM und 2 KB ROM verbaut. Das Besondere an dem Modell war, dass anstelle eines Modulkonzepts nun eine Systemplatine genutzt wurde, was ein kompakteres Design zu seinem Vorgänger A 5120 möglich machte. Gehäuse, Monitor und Tastatur wogen zusammen an die 13 kg. Als Software lieferte BWS in Kooperation mit dem robotron-projekt eine angepasste Version des Betriebssystems CP/M unter dem Namen SCP und andere Softwareapplikationen. Die stabile Produktion des PC 1715 trug letztendlich maßgeblich zu einer breiten IT Anwendung in vielen Bereichen der DDR bei. Da er mit 19.000 Mark für DDR-Verhältnisse auch relativ preiswert war, hielt er sich bis zum Ende der DDR vielerorts als favorisierter Bürorechner. Bis 1990 wurden 93.096 Geräte hergestellt, wovon circa 50.000 Stück in die Sowjetunion exportiert wurden.